immer wenn ich auf die katze meiner eltern aufpasse und auch katzenfutter einkaufen gehe, stelle ich fest, dass ich billig-katzenfutter nur ungern oder auch gar nicht kaufen kann. ich komme mir schäbig vor, meiner katze die guten marken vorzuenthalten. ich habe gleichzeitig natürlich gar keine scheu, mir selbst produkte namens k-classic und balea „zuzumuten“. weil ich ja auch ohnehin nicht glaube, dass sogenannte markenprodukte zwangsläufig hochwertiger sind als ihre günstigen entsprechungen.
dieses verhalten gilt auch in der liebe: deutet sich an, dass ein gewisser mann wohl noch des öfteren bei mir nächtigen wird, gehe ich natürlich los und kaufe eine zahnbürste für ihn ein. und siehe da, der griff zur „dontodent“-zahnbürste für 75 cent fühlt sich ein wenig schal an. man erinnert sich an die werbung aus der kindheit, den alten mann mit schnauzer und die tomate, die durch die zahnbürste nicht verletzt wurde, und greift zu „dr. best“ für 1,49. man will ja nicht direkt zu beginn einer geschichte suggerieren, dass einem der angebetete nicht mal eine anständige zahnbürste wert ist.
nun stand ich da in meiner wohnung am dienstag nachmittag, frisch ins singledasein verabschiedet, und wie es so meine art ist, wollte ich erst einmal alles, was so herumliegt und schöne bzw. nun schmerzhafte erinnerungen wecken kann, aus meiner sicht entfernen. das sind dann dinge wie fotos, tshirts, ein vertrocknetes blatt mit einer besonders schönen form, das man zusammen vom boden aufgelesen hat.
aber an manche dinge gewöhnt man sich so schnell, dass sie einem einfach nicht mehr auffallen. einen abend später stehe ich in meinem badezimmer, und da steht sie noch immer im zahnputzbecher, wartend, als sei nichts gewesen: „dr. best“ steht drauf. sie wurde vielleicht dreimal benutzt. man kommt sich jetzt vielleicht ein bisschen dämlich vor, dass man dachte, dr. best könnte einen unterschied machen. aber auch dieses gefühl wird wohl vorbei gehen.
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