Donnerstag, 6. Dezember 2007

donnerstagsgedanken

vor ein paar tagen. auch im supermarkt. der perfekten szenerie zum studieren kleiner zwischenmenschlicher alltagsgeschichten. und insofern ideal geeignet, sich selbst noch ein stückweit besser kennenzulernen.
ich stehe am regal mit den eiern und freue mich erneut über den luxus, sich selbst einen karton mit genau der anzahl an eiern füllen zu dürfen, die man benötigt. wer mich kennt, weiß, was dann passiert. es geht direkt das erste ei fehl und auf den boden. unweigerlich schießen einem allerlei möglichkeiten weiteren vorgehens durch den kopf: einfach weggehen? ein taschentuch auspacken und kläglich versuchen, der sauerei herr zu werden? der vernünftigste weg ist wohl: jemandem bescheid sagen. nun stehen die eier direkt neben der fleischtheke. da ich kein fleisch esse, sollte nun also der moment gekommen sein, mich zum ersten mal mit einer bitte an die dame hinter der fleischtheke zu wenden. mein wunsch lautet: ob sie bitte so gut sein könne, einer kollegin bescheid zu sagen, weil ich unglücklicherweise ein ei hätte fallen lassen. ich habe mich kaum eiligst von der theke entfernt, da durchfährt es mich: einE kollegIN?! ich schaudere. sind denn nur frauen zum putzen gut? ob des ungeschminkten hervortretens der offensichtlich in mir tief vergrabenen vorurteile wurde mir kurz schwindelig. ich werde das nächste mal ausdrücklich nach einem herren fragen. oder doch selber genügend taschentücher mitnehmen.

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